PR Couch Teil 22
Interne PR
In Unternehmen oder Organisationen lassen sich zwei Formen der Kommunikation feststellen: Zum einen die externe Kommunikation. Diese umfasst wirtschaftliche Beziehungen und Öffentlichkeitsarbeit. Zum anderen die interne Kommunikation. Sie stellt ein grundlegendes Element für den Bestand des Unternehmens dar. Ihr wird eine Integrations- und Identifikationsfunktion beigemessen. In der Praxis hat die interne PR jedoch nicht den gleichen Stellenwert, den die externe Öffentlichkeitsarbeit einnimmt.
Die interne Unternehmenskommunikation umfasst jegliche Aktivitäten der Botschaftsübermittlung zwischen den Mitarbeitern eines Unternehmens auch auf unterschiedlichen hierarchischen Ebenen. Nach Innen sollte interne Öffentlichkeitsarbeit Transparenz und damit auch wiederum Glaubwürdigkeit erzeugen, dadurch kann mögliches Misstrauen der Mitarbeiter minimiert werden. Denn jeder Mitarbeiter ist auch ein Repräsentant des Unternehmens nach Außen. Folglich wird ihnen eine hohe Glaubwürdigkeit zugeordnet. Ziel interner PR ist die Befriedigung von Informationsbedürfnissen bei Mitarbeitern sowie die Erzeugung von Verständnis und Sozialisation. Dadurch wird mehr persönliches Engagement erreicht.
- Bessere Motivation
- Förderung der Identität mit dem Unternehmen (corporate identity)
- Gesteigerte Leistung
- Verbesserter Informationsstand über das Unternehmen
Traditionelle Mittel der internen Kommunikation sind u.a. das schwarze Brett, Mitarbeiterzeitungen, „face-to-face“-Gespräche und in neuerer Zeit das Intranet.
Der Begriff „interne PR“ findet sich auch noch unter anderen Bezeichnungen wieder: interne Kommunikation, interne Unternehmenskommunikation oder innerbetriebliche Public Relations.
Geschichtlicher Hintergrund
Seinen Anfang hat die innerbetriebliche Öffentlichkeitsarbeit durch die aus den USA stammende Human-Relations-Bewegung genommen. Diese Bewegung bezieht sich auf Arbeiten (Hawthorne-Studien) der Wissenschafter Elton Mayo, Wilhelm John Dickerson und Fritz Jules Roethlisberger. Durch Experimente, die in den 30er-Jahren von diesen Harvard-Professoren durchgeführt wurden, stellte man fest, dass weniger die physischen Arbeitsbedingungen Einfluss auf die Arbeitsleistung haben, sondern vielmehr die zwischenmenschlichen Beziehungen (Human Relations). Dabei wurden nun der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt. Der Human-Relations-Ansatz setzte Kommunikation mit Motivation und Führung gleich. Es ging um das Argument, dass durch verbesserte Kommunikationsbeziehungen größere Arbeitszufriedenheit und in Folge auch bessere Arbeitsleistungen erreicht werden.
Intranet
Innovative Informationstechnologien beeinflussen sowohl die Marktbeziehungen als auch die Organisationskultur von Unternehmen. Im Gegensatz zum allgemein zugänglichen Internet (http://www....) ist das – zugangs- und benutzerdefinierte - Intranet auf das interne Firmennetzwerk begrenzt. Es kann ein - auf Internet-Technologie basierendes - globales, regionales oder lokales internes Datennetzwerk sein. Der Begriff Intranet wird seit 1995 gebraucht. Es stammt von dem lateinischen Wort intra – innerhalb – ab.
Das Intranet hat folgende Funktionen für die Benutzer:
- Informationssuche
- Dokumentenbearbeitung
- Kommunikation und computerunterstützte Gruppenarbeit
- Zugriff auf Applikationen
- Informationsaustausch und Informationsmanagement
Vertiefende Literatur:
Rommert, Frank-Michael: Hoffnungsträger Intranet. Fischer (Reinhard) Verlag, 2002
Schick, Siegfried: Interne Unternehmenskommunikation. Schäffer-Poeschel Verlag, 2005